Das doppelte Triple
Auch hier steht der vorerwähnte Gipfelstürmer, Willi Stürz, an erster Stelle. Er ist als bisher einziger Kellermeister durch den renommierten Weinkritiker Robert Parker mit der Maximalpunktzahl (100/100) ausgezeichnet worden, was ihn wohl zum Inbegriff der Südtiroler Qualitätswende macht. Als waschechter Traminer steuert er den eleganten Stoan bei, ein Mischsatz aus Chardonnay, Sauvignon, Weissburgunder und seiner Lieblingssorte, dem Gewürztraminer.
Im Film sehr prominent in Szene gesetzt wird Peter Dipoli mit seinem Weinverständnis und Degustationszirkel, welchen er ins Leben gerufen hat und – seiner Aussage nach – signifikant zur Qualitätssteigerung im Südtirol beigetragen habe. Grund genug, seinem Iugum 2019 etwas genauer auf den Zahn zu fühlen.
Die geneigten Weingeniesser/innen haben Konsens, dass Ignaz Niedrist mit seinem «Boutique-Weingut» seit jeher für Qualität – und dank der Stabsübergabe an seine Kinder – nunmehr auch für Weitsicht, Innovation sowie die Konsolidierung seiner Pionierleistung steht. Die breite Vertretung im Set, auch mit dem Einzellagenwein Mühlweg, ist mehr als gerechtfertigt.
In Memoriam an das Schaffen des grossen Hartmut Spitaler, dem für die Kellerei Girlan zum entscheidenden Glücksgriff avancierten Kellermeister, steht der «Gschleier» stellvertretend für alle Vernatsch-Weine, die sich aus den Fängen der generischen Massenproduktion befreien und zu einem neuen Goldstandard für Weinqualität avancieren konnten.
Das «doppelte Triple» wird durch den Sauvignon Greel der Kellerei Bozen abgeschlossen. Entstanden 1985, als der Kellermeister Graziano Filippi in seiner, ausschliesslich Rotweine produzierenden, Kellerei St. Magdalena (später zur Kellerei Bozen fusioniert) eine Palastrevolte provozierte, indem er am Ritten Weissweinreben pflanzte, aus welchem noch heute der Sauvignon Greel gekeltert wird.
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