Mit Beginn der Vegetationszeit fallen bereits die verschiedensten Arbeiten im Rebberg an. Maschinen und Geräte müssen einsatzbereit sein, denn in einzelnen Parzellen soll vielleicht der Boden umgebrochen und dann eine Einsaat gemacht werden. Obwohl keine Neuanlage ansteht, wurden im April über 400 Jungreben „eingebessert“, das heisst auf dem ganzen Rebberg dort gepflanzt, wo alte entfernt werden mussten und Lücken entstanden sind. Gerade diese Reben bedürfen den ganzen Sommer über der besonderen Pflege, wenn sie mitten unter den grossen aufkommen sollen.

Gertrud Vogel arbeitet im Rebberg

Das heisst immer wieder rundherum jäten und dafür besorgt sein, dass sie genug Wasser bekommen, denn ihr Wurzelwerk ist noch klein. Die Eulenraupe ist nachtaktiv und frisst die zarten Knospen auf den Trieben. Will man kein Gift einsetzen, kann man einen speziellen Leim anwenden und vor allem nachts mit Stirnlampen die Raupen einsammeln. Das Ausbrechen übermässiger Triebe und das Entfernen von üppigem Blattwerk, der im Südtirol bezeichnete Schabig, sollte bis Mitte Juni beendet sein. Aber Laubarbeiten gibt es auch nachher noch genug, sie dauern praktisch bis zur Ernte an. Das Freihalten der Traubenzone dient der Pilzbekämpfung und ist somit Voraussetzung für eine wirksame Spritzarbeit. Andererseits muss diese Arbeit sorgfältig gemacht werden, denn Trauben können auch von Sonnenbrand betroffen sein. Eine feuchte Witterung kann dazu führen, dass schon ab Anfang Mai und dann bis in den August beinahe wöchentlich gegen Pilzkrankheiten gespritzt werden muss.

Da auf dem Premstallerhof bio-dynamisch gearbeitet wird, werden nur Kontaktmittel eingesetzt, also solche die auf Blattwerk und Trauben haften, nicht in das Innere der Pflanze dringen und von da aus nach aussen wirken. Die Spritzbrühe kann aus Schwefel, Backpulver, Pflanzenextrakten und einer maximal vorgeschriebene Menge Kupfer bestehen. Gemulcht oder gemäht wird mit handbetriebenen Maschinen, der Einsatz des Traktors ist ausgeschlossen, dafür wird der Boden vom häufigen Durchfahren nicht verdichtet. Die Steillage und der eher sandige, wenig tiefe Boden machen in Trockenperioden eine dosierte Beregnung notwendig. Auf die biodynamischen Massnahmen sind wir in unserem letzten Newsletter Nr. 4 vom Oktober eingegangen. Die Erntearbeiten im Herbst sind im Vergleich zu dem, was das ganze Jahr über geleistet werden muss, ein zeitlich gesehen kurzer Abschnitt, sie werden gerne gemacht und bilden den krönenden Abschluss eines strengen Rebjahres.