In Oktober in der Weinkellerei

Hannes Rottensteiner, Önologe und Betriebsleiter in der familieneigenen Weinkellerei in Bozen berichtet über die zur Zeit anstehenden Arbeiten.

Hannes Rottensteiner im Weinkeller

Die Weinlese geht nun dem Ende zu. Von den weissen Sorten werden noch Müller Thurgau von ungefähr 900 m Meereshöhe, sowie Sylvaner geerntet. Bei den roten stehen Vernatsch und Lagrein vor dem Abschluss. Dann fehlt nur noch Cabernet. Viele Weine schließen jetzt die alkoholische Gärung ab, sie müssen abgezogen werden das heisst der Saft wird abgelassen, die festen Traubenrückstande bleiben zurück. Bei den Rotweinen muss der biologische Säureabbau eingeleitet werden. Dann hat der Wein bis gegen Jahresende Zeit, um zur Ruhe zu kommen, bevor er dann gefiltert und schön langsam füllfertig gemacht wird. Die Trauben wurden in gutem Zustand gelesen, und das erleichtert die Arbeit im Keller sehr. Einzig auf eine geringere Menge an Stickstoff in den Beeren ist zu achten. Dieser dient den Weinhefen als Nahrung muss somit zugeführt werden. Auch der Gärprozess geht etwas langsamer vonstatten und muss genau überwacht werden, um Gärstopps zu vermeiden. Die Säurewerte sind etwas höher als im Vorjahr, allerdings glaube ich nicht, dass ein Eingreifen nötig sein wird. Was die „normalen“ Betriebsabläufe angeht, so sind diese im Moment auf ein Minimum heruntergefahren. In diesen Wochen stehen Ernte und Verarbeitung über allem. Der Ladenverkauf hat jetzt aber auch Hochsaison, denn Südtirol ist voller Urlauber. Die Auslieferung an Gastronomie und andere Kunden geht normal weiter. Doch für ein genügendes Lager an abgefüllten Weinen haben wir Ende August / Anfang September vorgesorgt. Die Altweine, die noch im Keller liegen, wurden bereits vor der Ernte so in Tanks und Holzfässern gelagert, dass sie bis nach der Ernte dort bleiben können. Um diese kümmern wir uns in 2 Wochen wieder. Dann wird auch die Abfüllanlage erneut in Betrieb genommen, und die Ausnahmezeit ist wieder für ein Jahr vorbei.