Geschichte des Weinmarktes im Trentino von 1919 bis heute


Nicht anders als das Südtirol verlor auch das Trentino mit der Zugehörigkeit zu Italien die bisherigen Absatzmärkte für seine Weine. Österreich fiel aus und war klein geworden, Deutschland war wirtschaftlich am Boden und die Schweizer Importeure bedienten sich vorwiegend im deutschsprachigen Südtirol. Unter Österreich zählte hauptsächlich der  Inlandmarkt, aber jetzt war man plötzlich Teil des grössten weinproduzierenden Landes der Welt. Mit seiner Rebfläche machte das Trentino gerade einmal 1% der gesamtitalienischen aus. An einen Export nach Altitalien war nicht zu denken. Wenn immer möglich wurde versucht, die Weine an Südtiroler Weinhändler zu verkaufen, um so indirekt von der langsamen Erholung des Exportes namentlich in die Schweiz zu profitieren. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg ging es auch mit der Trentiner Weinwirtschaft kontinuierlich aufwärts. Wenn auch vorwiegend mit Billigweinen, kam man immer mehr mit Deutschland ins Geschäft. Daneben konnte sich auch eine Qualitätsweinproduktion entwickeln. In den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts wurden die geschützten Ursprungsbezeichnungen eingeführt. Sortenmässig fand eine grosse Umstellung von rot auf weiss statt. Der inneritalienische Markt verlangte nach Sektgrundweinen und auch die einheimische Sektproduktion wurde immer bedeutender. Heute werden im Trentino neben roten und weissen Kurantweinen zunehmend hochwertige Flaschenweine produziert. Zur Belieferung ausländischer Länder  wie Deutschland, England, Skandinavien, Benelux  und die USA, gesellt sich ein beachtlicher Weissweinabsatz auf dem italienischen Markt. Nicht vergessen werden darf der Tourismus in den Feriengebieten des Trentinos, sowie die höher gewordenen Ansprüche der einheimischen Bevölkerung an das  Niveau der Weine.    

Trenino Weinbau Geschichte