Strukturen und Produzenten

Mit einem Anteil von rund 80% der Weinproduktion halten die genossenschaftlich organisierten Betriebe im Trentino eine dominierende Stellung inne. Ihre Mitglieder sind meistens kleinere, oftmals sogar nur im Nebenerwerb tätige Rebbauern. Nur gut 10% entfallen auf private Handelskellereien. Die Selbsteinkellerer machen etwas über 5% aus. Als Dachorganisation einer grösseren Gruppe von Winzergenossenschaften fungiert die Cavit mit Sitz in Trento. Der zweite Gigant ist die Cantina Mezzacorona. Etwas kleiner sind die Cantina Sociale di Lavis e Cembra, sowie jene von Trento, welche ihre Weine unter dem Firmennamen Concilio vermarktet. Diese Genossenschaften bieten Weine in verschiedenen Qualitäts- und damit Preisstufen an, wobei die Top-Linien ausgezeichnet sein können. Um ihre Position auf dem Exportsektor, namentlich in die USA, Deutschland, Grossbritannien, Benelux und Skandinavien zu verstärken, haben sie vor einiger Zeit begonnen zu diversifizieren. So bieten sie etwa Sizilianische Weine an, die sie auf der Insel selber produzieren. Aber auch in anderen Regionen Süditaliens sind sie in der Produktion tätig. Vor kurzem hat sich Cavit sogar einen bekannten Prosecco-Hersteller einverleibt. Auch in der für das Trentino bedeutenden Schaumweinherstellung mischen die grossen Genossenschaften kräftig mit. Marken wie Rotari (Mezzacorona) oder Gral (Cavit) sind zwar erfolgreich, stehen aber im Schatten des berühmten Hauses Ferrari von Trento. Eigenartig jedoch und bezeichnend zugleich: Die renommierten  Weinproduzenten sind unter den kleinen Erzeugerfirmen zu suchen. Hier finden wir klingende Namen wie Pojer & Sandri, Foradori, Guerrieri di Gonzaga, um nur einige zu nennen.